fairTV
12.12.2014, 14:43
(für alle sehr Eiligen: Bedienungsanleitung für die Briefe steht wie immer weiter unten – bitte auch Nutzungsbedingungen und Haftungsausschluss beachten!)
Liebe Freunde und Kollegen,
vor drei Tagen haben wir von fairTV unseren jährlichen Brief an mehr als 100 mitteldeutsche Medien- und TV-Produzenten auf den Weg gebracht. Darin haben wir unsere neuen Tarifempfehlungen angekündigt und um Verständnis geworben. Unsere Mitglieder finden den Brief wie immer im internen Forum.
Die Produzenten sind also bereits informiert - jetzt seid Ihr alle am Zug, denn
der neue MUSTERBRIEF ist da!
Und wir hoffen, dass sich erneut viele mitteldeutsche Medienschaffende daran beteiligen. Insbesondere wünschen wir uns, dass auch die Kameraleute und Assistenten sich noch umfassender als bisher dem Erfolgsmodell „Musterbrief“ anschließen werden.
Die Aktion ist wichtig, damit wir den Inflationsausgleich weiterhin als feste Größe in den Planungen der Produzenten festigen. Denkt auch bitte immer daran, dass ein Inflationsausgleich keine Mehreinnahmen bedeutet – er bedeutet einfach nur, dass das Honorar nicht sinkt!
Bitte nehmt Euch also ein paar Minuten Zeit, setzt Eure eigenen Zahlen ein (keine Einheitspreise) und schickt den Brief an so viele Produzenten wie möglich! Also auch an jene, bei welchen Ihr nur sporadisch Aufträge erhaltet oder mit denen Eurer Geschäftsverhältnis länger zurückliegt. Das ist solidarisch und hilft Euren Kollegen, die dort ihr Geld verdienen. Alle sollen verstehen, dass Leistung und Qualität ihren angemessenen Preis haben! Oder frei nach dem fairTV-Motto: If you pay peanuts, you get Monkeys!
Bitte beachtet auch, WELCHEN BRIEF Ihr rausschickt. Da dieses Schreiben an alle Medienschaffenden geht, hängen Dokumente sowohl für Kameraleute als auch Editoren an. Assistenten können wieder die Kamera-Briefe benutzen (bitte die Preise beachten, hier hilft der neue Excel-Tarifrechner für Assistenten).
Außerdem gibt es jeweils 2 Versionen: einen ersten Brief (für alle Firmen, die noch niemals von Euch einen solchen Brief erhalten haben) sowie einen Folgebrief (für alle Firmen, die bereits früher den ersten Brief erhalten haben). Schaut also bitte genau auf die Namen der Dateien.
Außerdem hat es sich als ungemein nützlich erwiesen, dass viele von uns sich der Solidarität ihrer Kollegen telefonisch versichert haben. So konnte auf der Basis gegenseitigen Vertrauens sichergestellt werden, dass sie nicht allein dabei sind und Wettbewerbsnachteile zu befürchten haben.
Also: NUTZT DIE BRIEFE UND ORGANISIERT EUCH! fairTV e.V. hat damit in der Vergangenheit viele positive Erfahrungen gesammelt und kann seinen Mitgliedern dabei helfen! Noch kein Mitglied? Das geht hier (http://www.fairtv.net/index.php/mitglied-werden).
Und denkt immer daran: geredet und versprochen wird viel! Doch nur, wenn wir konkrete Fakten schaffen, setzen wir die notwendigen Veränderungen in Gang – ansonsten passiert gar nichts. Der Musterbrief, von vielen angepasst und in eigenem Namen geschrieben, ist da ein hervorragendes Mittel.
So. Alle Eiligen können jetzt den Haftungsausschluss und die Nutzungsbedingungen lesen und dann zur „Bedienungsanleitung“ weiter unten springen. Für Interessierte (und Unentschlossene) gibt es nach dem Haftungsausschluss einen Rückblick und ein paar Argumente sowie organisatorische Details und Tipps für die Aktion (mit der Bitte um Verständnis bei Redundanzen, das ist nötig, weil vermutlich nicht alle so lange Texte mögen ;-)).
Habt eine schöne Zeit und freut Euch darüber, dass es endlich vorwärts geht in der Region!
Und frohe Weihnachten, falls wir uns vorher nicht mehr sehen.
fairTV e.V.
Guntram Schuschke
Ilko Eichelmann
www.fairtv.net (http://www.fairtv.net/)
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Haftungsausschluss, Urheberrecht, Nutzungsrecht
Beachtet bitte, dass wir alle Selbstständige sind, außerdem ist fairTV keine Gewerkschaft. Darum steht unter dem Brief auch nicht fairTV, sondern Euer Name. Die Benutzung des Musterbriefes erfolgt entsprechend vollständig auf eigene Verantwortung! fairTV unterstützt und organisiert die Aktion, schließt aber jegliche Haftung aus! Das geht auch gar nicht anders, da Ihr den Brief ja selbst nach eigenen Wünschen und im eigenen Stil ändern könnt und, was die individuellen Preise betrifft, sogar müsst. Mit Nutzung des Musterbriefes stimmt Ihr dem automatisch zu.
fairTV e.V. besitzt alle Rechte am geistigen Eigentum des Musterbriefes. Nutzungs- und Änderungsrechte werden bis zum 31.12.2015 eingeräumt, sofern inhaltlich die Grundforderungen auf der Seite www.fairtv.net/ (http://www.fairtv.net/) für Euer Gewerk eingebettet bleiben. Das sind bei Editoren insbesondere der 8-Stunden-Tag sowie für alle Gewerke die Überstundenzuschläge, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie ein erhöhter Satz für halbe Schichten und natürlich der Inflationsausgleich von 4,5%. Bei deutlich überdurchschnittlichen Honoraren (>20% über fairTV-Minimalforderung) darf von der Inflationsempfehlung abgewichen werden, um vorbildliche Firmen, die bereits von Anfang an fairer kalkuliert haben als andere, nicht über Gebühr zu belasten. Auf diese Abweichung von den Empfehlungen muss dabei explizit hingewiesen werden, um nicht dem Vorwurf der Beliebigkeit ausgesetzt zu werden.
Außerdem muss der Hinweis auf die fairTV-Empfehlungsseite erhalten bleiben. Nutzungen darüber hinaus sind ausgeschlossen.
Geschichte, Argumente und Details zur Aktion
Als wir vor zwei Jahren unsere ersten beiden Anpassungen per Musterbrief starteten, waren viele skeptisch. Wie kann das gehen, die feste Kruste zwanzigjährigen Stillstandes aufzubrechen? Sind die Produzenten nicht viel zu mächtig? Und was können ein paar Leute schon ausrichten? Sind wir nicht abhängig, gar ohnmächtig? Und haben nicht viele Produzenten immer wieder behauptet, wir wären austauschbar? Steht nicht an jeder Ecke jemand, der unsere Arbeit besser machen kann?
Heute steht fest: viele dieser Ängste haben sich als haltlos erwiesen. Wir waren mutig, und die Aktionen 2012 und 2013 wurden ein voller Erfolg!
Wir haben für Beteiligte nicht nur die 8 Stunden Arbeitszeit weiträumig wieder durchsetzen können (leider vorerst nur für die Editoren), sondern es gab auch den ersten organisierten Inflationsausgleich, den es im Sendegebiet für unsere Zunft jemals gegeben hat – sogar teilweise rückwirkend. Die fairTV-Empfehlungen und ihre Durchsetzung haben nicht, wie von einigen befürchtet, für geschäftsgefährdende Umsatzeinbrüche gesorgt. Vielmehr herrscht zunehmend besseres Arbeitsklima, Mitarbeiter fühlen sich motivierter, und mancherorts wurde die längst überfällige Diskussion zu Qualität und fairen Arbeitsbedingungen am Standort Mitteldeutschland angestoßen. Von zurückgehenden Buchungsanfragen kann nicht die Rede sein – ganz im Gegenteil. Die Zahl der Aufträge zu angemessenen Konditionen hat zugenommen, und alle profitieren davon – sogar die anständigen Produzenten, nach allem, was man so hört, da sie mit mehr Investitionen in Personal zuverlässiger gute Leute bekommen und mit dem Argument Qualität punkten können. Viele konnten nach eigenen Angaben sogar die Anpassungen an die Sender weitergeben. Unternehmen mit Dumping-Strategien hingegen bekommen immer öfter Probleme, Auftragnehmer auf professionellem Niveau zu unangemessenen Honoraren zu verpflichten. Gut so!
Alles das konnten wir von fairTV nur mit Euch allen gemeinsam schaffen – vielen Dank dafür!!! Es gibt uns Rückenwind und stärkt massiv das Selbstbewusstsein, auch über die Grenzen unseres Vereins hinaus.
Das fühlt sich sehr gut an, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch viele Schwierigkeiten vor uns liegen auf dem Weg, für mitteldeutsche Mediensachaffende wieder angemessene Honorare durchzusetzen. Und die haben wir verdient! Wir müssen über viele Begabungen verfügen: Kreativität, technisches Verständnis, gute Auffassungsgabe, Schnelligkeit, Kommunikationsfähigkeit, hohe Allgemeinbildung, ein dickes Fell ;-) und nicht zuletzt die Fähigkeit, unter Stress Höchstleistungen zu vollbringen. Wir müssen unsere Aus- und Weiterbildung finanzieren und tragen als Selbstständige das volle unternehmerische Risiko bei umfangreicher Flexibilität für den Auftraggeber.
Wir dürfen uns also nicht zurücklehnen, die nächste Runde an Briefen ist notwendig! Wie am 10.11.2014 unter der Federführung von fairTV e.V. demokratisch erneut beschlossen, geht es wieder um den Inflationsausgleich, der automatisch jedes Jahr erfolgen soll. Das waren in 2013 (die letzte jetzt eindeutig feststellbare Teuerungsrate) 1,5%. Gleichzeitig schlagen wir pauschal 3% für die Inflationsverluste der letzten Jahre auf – auch das haben wir, wie Ihr Euch vielleicht erinnert, bereits 2012 gemeinsam festgelegt und im November 2014 erneut mit großer Mehrheit im Verein abgestimmt und wollen es jetzt wieder geschlossen durchsetzen. Die Honorare erhöhen sich also um 4,5%. Mit diesem Schreiben kommt auch wieder eine einfache Excel-Tabelle zur Berechnung der einzelnen einzutragenden Zahlen im Anhang! Einfach oben Euer ALTES Honorar 2014 der jeweiligen Firma eintragen, dann die anderen Zahlen ablesen.
Und falls Ihr denkt: „Warum denn gleich wieder etwas fordern? Wir haben doch schon viel erreicht“, dann vergesst bitte nicht: Inflationsausgleich bedeutet keine Mehreinnahmen – wir ERHÖHEN also NICHT unser reales Honorar. Wir sorgen lediglich dafür, dass dieses Honorar nicht systematisch durch Kaufkraftverlust ABSINKT. Die 3% Aufschlag tun das rückwirkend, denn da ist sehr viel aufzuholen.
Darum ist bei dieser Aktion auch Kontinuität sehr wichtig: wir zeigen damit, dass wir in Zukunft nicht zulassen, dass unsere Honorare jährlich einfach so gesenkt werden. Damit fing die Misere ja schließlich irgendwann an. Und nicht zuletzt: andere Dinge werden ja auch ständig teurer! Habt Ihr schon Post von Eurem Strom-Konzern bekommen? Oder – ganz aktuell angesichts der angekündigten Mietpreisbremse – von Eurem Vermieter? Genau... Das meinen wir!
Denkt bitte diesmal auch wieder daran, die Briefe wirklich an ALLE Euch bekannten Firmen zu schicken, mit denen Ihr je zu tun hattet oder bald zu tun haben wollt... Ihr verleiht damit der Aktion noch größeres Gewicht – das können wir gut gebrauchen :-) Und nicht zuletzt bringt Ihr Euch vielleicht mit so einem Brief ins Gespräch, wenn mal wieder Not am Mann ist und gute Leute gesucht werden. Die Briefe stehen auch für Selbstbewusstsein, und bei selbstbewussten Leuten geht man immer auch zuerst von vielen Fähigkeiten aus, so funktioniert der Mensch im Allgemeinen. Manchmal ist also ein solcher Brief auch gleich ein Bewerbungsschreiben besonderer Art, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Und geizt bitte in einem solchen Fall nicht mit Euren Preisen – gestandene Fachleute verlangen ganz sicher deutlich mehr als die auf http://www.fairtv.net/index.php/empfehlungen veröffentlichten Mindesttarife...
Noch ein Wort zum Thema Feedback. Da in der Vergangenheit unsere E-Mails nicht selten im Spamordner landeten und also einige gar nicht erreichten, eine wichtige Bitte: GEBT UNS EINE EMPFANGSBESTÄTIGUNG! Außerdem brauchen wir wie immer deutliche Angaben darüber, an welche Firmen die Briefe herausgeschickt wurden. Oft haben in der Vergangenheit Produzenten versucht, die Aktion herunterzuspielen und behauptet, keinen Brief bekommen zu haben. Eine direkte telefonische Nachfrage bei den Kollegen brachte dann das Gegenteil ans Licht. Bitte erspart uns das und schickt uns eine Liste, wer durch Euch angeschrieben wurde. Und falls Ihr diese Empfehlungen mündlich Eurem Produzenten übermittelt (was rechtlich auch geht, was aber nicht so sicher ist wegen der Beweislage), dann tut das bald und teilt es uns bitte ebenfalls mit!!!
Und bitte handelt zeitnah.
DIE BRIEFE MÜSSEN RAUS! Am besten sofort!
Denn ein paar unverbindliche Empfehlungen von wem auch immer, sind leicht zu ignorieren, die Briefe aber sind verbindlich und stellen rechtlich einen Bestandteil eines jeden von Euch bei der Buchungszusage abgeschlossenen mündlichen Vertrages dar. Sie bieten Euch also über die Inflationsanpassung hinaus eine Sicherheit, falls mal doch jemand im Nachhinein von Euren Tarifen nichts gewusst haben will – kann ja vorkommen.
So, das war‘s erst mal von uns – im Anschluss noch einmal die etwas modifizierte „Bedienungsanleitung“ zum Anpassen des Briefes, wie sie sich schon im letzten Jahr bewährt hat :-)
VERGESST AUCH BITTE NICHT DIE EMPFANGSBESTÄTIGUNG UND DAS FEEDBACK ÜBER DIE RAUSGESCHICKTEN BRIEFE!!! (Ihr seht, das ist uns wirklich wichtig :-))
Vielen Dank!
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BEDIENUNGSANLEITUNG fairTV-MUSTERBRIEF
1. BRIEF AUSWÄHLEN (je Firma evtl. unterschiedlich), ÖFFNEN UND SPEICHERN! EXCEL-TABELLE ÖFFNEN!
Der Brief hängt an der mail als WORD-Dokument. Genau hinsehen: es gibt jeweils für Kamera und Schnitt einen eigenen Brief. Assistenten verwenden den Kamera-Brief. Außerdem ZWEI VERSIONEN! Einen „allerersten Brief“ und einen „Folgebrief“ (je Firma zu entscheiden) Auswählen, am besten irgendwo abspeichern und dann in Word öffnen. Den ebenfalls angehängten Excel-Rechner braucht Ihr nicht abzuspeichern, Ihr könnt ihn direkt aus dem Mailprogramm öffnen.
2. NEUE TARIFE ERMITTELN (je Firma)!
Gebt in der Excel-Tabelle einfach im gelben Feld Euren ALTEN Tagessatz in der Firma ein und bestätigt mit Enter! Danach erscheinen automatisch die nötigen Angaben in den roten Feldern darunter. Alternativ könnt Ihr natürlich auch einen Taschenrechner benutzen, wenn Euch das lieber ist.
3. BRIEF ANPASSEN (1x je Firma)!
Alle roten Angaben im Dokument ergänzen bzw. ändern. Absender / Adressat versteht sich von selbst. Ebenso die Unterschrift am Ende.
Übertragt nun die neuen Tarife aus dem Excel-Rechner in Euren Brief! Das sieht komplizierter aus als es ist :-)
Schließlich nicht vergessen, das ROT WIEDER IN SCHWARZ ZU FÄRBEN :-) Ich empfehle, noch einmal die Formatierung zu prüfen - da kann viel schiefgehen durch andere Schriftart etc...
4. BRIEF VERSCHICKEN
Bitte schickt alle Eure Briefe UMGEHEND, spätestens aber bis zum 31.12.14 zu den Firmen! Bitte nicht danach, das ist den anderen gegenüber unfair. Klar, wenn's nicht anders geht oder man erst später von der Aktion erfahren hat, besser dann als gar nicht...
Der Postweg wirkt seriöser und verbindlicher, ist aber teurer. Per mail IMMER ALS PDF UMRECHNEN (damit keiner mehr was ändern kann) und direkt an den Firmenchef, ggf. in Kopie (CC) an die Dispo und an eine eigene Adresse zur Kontrolle. Eingangsantwort anfordern.
Einen guten virtuellen PDF-Drucker, also ein Programm, das einen Drucker simuliert und danach ein PDF-Dokument ausgibt, findet Ihr hier: http://de.pdfforge.org/. Office Nutzer können ihre Dokumente direkt als PDF abspeichern.
IN JEDEM FALL (auch bei Postbriefen) EINE KOPIE an aktion@fairtv.net SCHICKEN. Und zwar von jedem Brief an jede Firma. Das ist wirklich wichtig, denn nur so behalten wir den Überblick und können damit neue Mitstreiter gewinnen ("den haben schon x Leute abgeschickt - mach doch auch mit!") Außerdem können wir so feststellen, welche Firma schon wie viele Briefe bekommen hat und wo wir nachhelfen und Kollegen gewinnen müssen. Selbstverständlich beachten wir dabei den Datenschutz.
Wer gern seine Preise geheim halten möchte (ist sein gutes Recht), der schickt bitte einfach eine Zusammenfassung an aktion@fairtv.net, das ist ebenso ok, macht Euch aber extra Arbeit...
Spätestens im Januar irgendwann mal fragen, ob der Brief / die mail angekommen ist.
5. NÄCHSTE FIRMA!
Ggf. zurück zu 2. ;-) ---->
6. WEITERE MITSTREITER GEWINNEN
Schaut Euch um! In jeder Firma laufen vielleicht ein paar Leute (Editoren, Kameraleute, Assistenten) herum, die von der Aktion nichts wissen. Gewinnt Sie! Das sollte nicht so schwer sein - schließlich geht es auch um ihr Geld und ihre Arbeitszeit. Macht Ihnen Mut! Wir leisten wirklich gute Arbeit, wir Medienschaffenden (weiter oben stehen auch ein paar Argumente, warum wir es verdienen, angemessene Honorare zu erhalten).
Wenn sie Interesse zeigen, schickt ihnen den Brief als Vorlage weiter (gern auch diesen Text). Sie sollen den Brief einfach so schnell wie möglich abschicken. Außerdem können sie uns unter verein@fairtv.net anmailen und Fragen stellen. Und wenn am Ende einer oder zwei Eingeschüchterte nicht mitmachen wollen - lasst sie und bekommt vor allem keine Panik! Sie allein können nicht das gesamte Produktionsvolumen abdecken. Wir hätten gern alle dabei, aber wenn es "nur" viele sind, dann ist das auch schon ausreichend. Dennoch: für "viele" muss man auch viel werben...
Und hey! Wir haben bereits bewiesen, dass das funktioniert! Das sollte Mut machen!
7. DURCHHALTEN!
Wenn es um Geld geht, dann hört bekanntermaßen der Spaß auf. Manche Produzenten werden vermutlich Eure Aktion etwas persönlich nehmen und versuchen, Euch mit allen Mitteln und gezielter Rhetorik davon abzubringen – immerhin ist das ihr Job!
Lasst Euch nicht auf Sozial-Diskussionen ein! Erfahrungsgemäß geht das immer schief. Wenn wir uns mit Bäckern oder Fleischern bzw. Friseuren vergleichen lassen, dann kommt dabei heraus, dass wir doch glücklich sein müssten. Falscher Ansatz! Auch hier nochmal: Wir verkaufen eines der begehrtesten Güter unserer Zeit: Kreativität. Dafür haben wir das RECHT, einiges an Geld zu verlangen. Das ist der richtige Ansatz. Ein weiteres Argument: bereits 1998 hat ein guter Editor um die 500 Mark für den Schnitt bekommen, und zwar für 8 Stunden - den Rest könnt Ihr Euch selbst ausrechnen...
Denkt immer daran, dass wir es sind, die den Firmen zu ihrem Gewinn verhelfen! Durch unsere Arbeit wird dieser Gewinn erst ermöglicht. Und so mancher Unternehmer (und ich will da keinen beleidigen, das trifft wirklich NICHT auf alle zu!!!) hat sich in den letzten Jahren sehr erfolgreich durch die niedrigen Tarife bereichern können. Ich habe selbst erlebt, dass ich für 180 Euro angefragt wurde (!!!), kannte aber die Auftraggeber des Produzenten, die mir mitteilten (und mich dann auch direkt buchten), dass sie für mich 250 Euro veranschlagt hatten. Das wären 70 Euro, die die Firma zusätzlich zu ihrem sonstigen Gewinn auf meine Kosten täglich reicher geworden wäre - und ich ärmer...
Daher KEINE ZUGESTÄNDNISSE MACHEN, die nicht vom Brief abgedeckt werden. Apropos:
8. KONTAKT HALTEN
Wenn es Probleme gibt, dann kann man vielleicht gemeinsam Lösungen finden. Werdet Ihr gemobbt wegen der Aktion? Werden ungewöhnlich viele Neueinsteiger verpflichtet? Versucht ein Chef, alle gegeneinander auszuspielen? Lässt sich Ärger mit den Redaktionen vermuten?
Lasst Euch nicht unterkriegen! Reden wir darüber. Ggf. berufen wir kurzfristig ein Treffen ein und suchen nach dem Ausweg. Evtl. treffen wir uns auch in einer kleinen Arbeitsgruppe für eine Firma, in der es viel Stress gibt. Haltet also einfach Kontakt - per mail, per Forum oder auch per Telefon bzw. persönlich...
9. DAS GESPRÄCH
Vermutlich werden viele Auftraggeber das Gespräch suchen. Das ist gut, birgt aber auch einige gefährliche Fallen. Ein Produzent wird von "gewaltigen Verlusten" sprechen, meint aber lediglich GEWINNEINBUSSEN! Was klar ist, denn natürlich wird der Gewinn kleiner, wenn es mehr Geld pro Stunde für uns gibt... Aber das darf nicht unser Problem sein, sonst haben wir mit jedem Vorstoß bereits verloren, denn wie sollen wir Druck aufbauen, der an die Sender weitergereicht wird, wenn wir nichts ändern?
Um es klar zu stellen: wir wollen nicht, dass eine Firma stirbt - davon hätte niemand etwas. Weniger Gewinn ist aber ein gutes Druckmittel, kein Todesurteil! Und wenn doch, dann wurde bereits in der Vergangenheit am Limit kalkuliert, und das zeugt nicht von Verantwortung.
Sollten von Euch Zugeständnisse erwartet werden: ENTSCHEIDET EUCH NICHT SOFORT, sondern bittet Bedenkzeit aus und besprecht die Kulanz mit den Kollegen, die auch für diese Produktion arbeiten und ggf. bei unserer Aktion mitmachen. Fragt außerdem, was die Produktionsfirma im Gegenzug bereit ist, zu geben. Ein zusätzliches Projekt vielleicht? Dann kann es Mengenrabatt geben. Aber lasst Euch das verbindlich zusichern, versprochen wird viel. Oder vereinbart gleich, dass der Rabatt erst nach Abschluss des zweiten Projektes rückwirkend gewährt wird, das gibt allen Sicherheit und ist nachhaltiger Anreiz, Euch für das zweite Projekt gleich auch zu buchen.
Und teilt uns Probleme mit, wenn es sie gibt. Vielleicht kann fairTV helfen. Vereinsmitglieder können auch im internen Forum diskutieren, da finden wir sicher gemeinsam einen Weg.
10. DER ERFOLG!
Hier mal ein Zitat aus unserer Bedienungs-Anleitung für den 8-Stunden-Brief vom Sommer 2012:
„Stellt Euch vor, es ist September, und alle Firmen haben die 8 Stunden akzeptiert. Hier und da gibt's ein kleines Entgegenkommen, im Großen und Ganzen arbeiten wir aber täglich nur noch 8 Stunden.
Von da an haben wir entweder ein Privatleben, das um einige Zeit reicher ist, oder wir arbeiten mit Freuden länger, weil wir wissen, dass man unsere Arbeit so schätzt, dass man auch bereit ist, dafür zu zahlen. Wäre das nicht schön?
Außerdem denken wir dann bereits daran, dass die 8-Stunden-Aktion nur der Auftakt war, um die uns geschuldeten Inflationsverluste der letzten Jahre Stück für Stück zurückzuerobern, ein kleiner Vorgriff auf eine Zukunft, in der wir vielleicht wieder stolz sein können, nicht nur in einem wirklich aufregenden und tollen, sondern auch in einem gut bezahlten Job zu arbeiten.“
Heute können wir sagen: Das haben wir geschafft. Ist dem was hinzuzufügen? Nur eins: Weiter so!
--- ENDE --- ;-)
PS: Um Missverständnisse zu vermeiden: uns ist natürlich vollkommen klar, dass in erster Linie die Sender für unsere niedrigen Tarife verantwortlich sind, weil sie sie im Umweg über die Firmen erpresst haben, manchmal mit deren aktiver Mithilfe. Leider aber führt auch der Umkehrweg wiederum über die Firmen, denn nur auf die können wir Druck ausüben - also tun wir das. Schließlich ist nicht ein Sender unser Vertragspartner sondern die Firmen, und von viel Wünschen und gut Zureden passiert leider überhaupt nichts, das brachten die letzten Jahre deutlich ans Licht. Und was die Sender betrifft, die immer wieder behaupten, das Geld gehe ihnen aus: neben vielen Reserven in Strukturreformen und dem kleinen Skandal, dass für Verwaltung weitaus mehr Geld als für das Programm ausgegeben wird, sprechen die Zahlen der KEF eine deutliche Sprache. Sie hat allein der ARD (ohne Arte, ZDF und DLF) satte 9,78 Milliarden Euro für den Programmaufwand 2013-2016 zugesprochen (Quelle: http://www.kef-online.de). Es ist also Geld da – sorgen wir dafür, dass auch wir von diesem Kuchen etwas abbekommen. Wir haben das verdient! Wer denn sonst, wenn nicht wir??? Denn wir MACHEN das Programm!!!
Liebe Freunde und Kollegen,
vor drei Tagen haben wir von fairTV unseren jährlichen Brief an mehr als 100 mitteldeutsche Medien- und TV-Produzenten auf den Weg gebracht. Darin haben wir unsere neuen Tarifempfehlungen angekündigt und um Verständnis geworben. Unsere Mitglieder finden den Brief wie immer im internen Forum.
Die Produzenten sind also bereits informiert - jetzt seid Ihr alle am Zug, denn
der neue MUSTERBRIEF ist da!
Und wir hoffen, dass sich erneut viele mitteldeutsche Medienschaffende daran beteiligen. Insbesondere wünschen wir uns, dass auch die Kameraleute und Assistenten sich noch umfassender als bisher dem Erfolgsmodell „Musterbrief“ anschließen werden.
Die Aktion ist wichtig, damit wir den Inflationsausgleich weiterhin als feste Größe in den Planungen der Produzenten festigen. Denkt auch bitte immer daran, dass ein Inflationsausgleich keine Mehreinnahmen bedeutet – er bedeutet einfach nur, dass das Honorar nicht sinkt!
Bitte nehmt Euch also ein paar Minuten Zeit, setzt Eure eigenen Zahlen ein (keine Einheitspreise) und schickt den Brief an so viele Produzenten wie möglich! Also auch an jene, bei welchen Ihr nur sporadisch Aufträge erhaltet oder mit denen Eurer Geschäftsverhältnis länger zurückliegt. Das ist solidarisch und hilft Euren Kollegen, die dort ihr Geld verdienen. Alle sollen verstehen, dass Leistung und Qualität ihren angemessenen Preis haben! Oder frei nach dem fairTV-Motto: If you pay peanuts, you get Monkeys!
Bitte beachtet auch, WELCHEN BRIEF Ihr rausschickt. Da dieses Schreiben an alle Medienschaffenden geht, hängen Dokumente sowohl für Kameraleute als auch Editoren an. Assistenten können wieder die Kamera-Briefe benutzen (bitte die Preise beachten, hier hilft der neue Excel-Tarifrechner für Assistenten).
Außerdem gibt es jeweils 2 Versionen: einen ersten Brief (für alle Firmen, die noch niemals von Euch einen solchen Brief erhalten haben) sowie einen Folgebrief (für alle Firmen, die bereits früher den ersten Brief erhalten haben). Schaut also bitte genau auf die Namen der Dateien.
Außerdem hat es sich als ungemein nützlich erwiesen, dass viele von uns sich der Solidarität ihrer Kollegen telefonisch versichert haben. So konnte auf der Basis gegenseitigen Vertrauens sichergestellt werden, dass sie nicht allein dabei sind und Wettbewerbsnachteile zu befürchten haben.
Also: NUTZT DIE BRIEFE UND ORGANISIERT EUCH! fairTV e.V. hat damit in der Vergangenheit viele positive Erfahrungen gesammelt und kann seinen Mitgliedern dabei helfen! Noch kein Mitglied? Das geht hier (http://www.fairtv.net/index.php/mitglied-werden).
Und denkt immer daran: geredet und versprochen wird viel! Doch nur, wenn wir konkrete Fakten schaffen, setzen wir die notwendigen Veränderungen in Gang – ansonsten passiert gar nichts. Der Musterbrief, von vielen angepasst und in eigenem Namen geschrieben, ist da ein hervorragendes Mittel.
So. Alle Eiligen können jetzt den Haftungsausschluss und die Nutzungsbedingungen lesen und dann zur „Bedienungsanleitung“ weiter unten springen. Für Interessierte (und Unentschlossene) gibt es nach dem Haftungsausschluss einen Rückblick und ein paar Argumente sowie organisatorische Details und Tipps für die Aktion (mit der Bitte um Verständnis bei Redundanzen, das ist nötig, weil vermutlich nicht alle so lange Texte mögen ;-)).
Habt eine schöne Zeit und freut Euch darüber, dass es endlich vorwärts geht in der Region!
Und frohe Weihnachten, falls wir uns vorher nicht mehr sehen.
fairTV e.V.
Guntram Schuschke
Ilko Eichelmann
www.fairtv.net (http://www.fairtv.net/)
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Haftungsausschluss, Urheberrecht, Nutzungsrecht
Beachtet bitte, dass wir alle Selbstständige sind, außerdem ist fairTV keine Gewerkschaft. Darum steht unter dem Brief auch nicht fairTV, sondern Euer Name. Die Benutzung des Musterbriefes erfolgt entsprechend vollständig auf eigene Verantwortung! fairTV unterstützt und organisiert die Aktion, schließt aber jegliche Haftung aus! Das geht auch gar nicht anders, da Ihr den Brief ja selbst nach eigenen Wünschen und im eigenen Stil ändern könnt und, was die individuellen Preise betrifft, sogar müsst. Mit Nutzung des Musterbriefes stimmt Ihr dem automatisch zu.
fairTV e.V. besitzt alle Rechte am geistigen Eigentum des Musterbriefes. Nutzungs- und Änderungsrechte werden bis zum 31.12.2015 eingeräumt, sofern inhaltlich die Grundforderungen auf der Seite www.fairtv.net/ (http://www.fairtv.net/) für Euer Gewerk eingebettet bleiben. Das sind bei Editoren insbesondere der 8-Stunden-Tag sowie für alle Gewerke die Überstundenzuschläge, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie ein erhöhter Satz für halbe Schichten und natürlich der Inflationsausgleich von 4,5%. Bei deutlich überdurchschnittlichen Honoraren (>20% über fairTV-Minimalforderung) darf von der Inflationsempfehlung abgewichen werden, um vorbildliche Firmen, die bereits von Anfang an fairer kalkuliert haben als andere, nicht über Gebühr zu belasten. Auf diese Abweichung von den Empfehlungen muss dabei explizit hingewiesen werden, um nicht dem Vorwurf der Beliebigkeit ausgesetzt zu werden.
Außerdem muss der Hinweis auf die fairTV-Empfehlungsseite erhalten bleiben. Nutzungen darüber hinaus sind ausgeschlossen.
Geschichte, Argumente und Details zur Aktion
Als wir vor zwei Jahren unsere ersten beiden Anpassungen per Musterbrief starteten, waren viele skeptisch. Wie kann das gehen, die feste Kruste zwanzigjährigen Stillstandes aufzubrechen? Sind die Produzenten nicht viel zu mächtig? Und was können ein paar Leute schon ausrichten? Sind wir nicht abhängig, gar ohnmächtig? Und haben nicht viele Produzenten immer wieder behauptet, wir wären austauschbar? Steht nicht an jeder Ecke jemand, der unsere Arbeit besser machen kann?
Heute steht fest: viele dieser Ängste haben sich als haltlos erwiesen. Wir waren mutig, und die Aktionen 2012 und 2013 wurden ein voller Erfolg!
Wir haben für Beteiligte nicht nur die 8 Stunden Arbeitszeit weiträumig wieder durchsetzen können (leider vorerst nur für die Editoren), sondern es gab auch den ersten organisierten Inflationsausgleich, den es im Sendegebiet für unsere Zunft jemals gegeben hat – sogar teilweise rückwirkend. Die fairTV-Empfehlungen und ihre Durchsetzung haben nicht, wie von einigen befürchtet, für geschäftsgefährdende Umsatzeinbrüche gesorgt. Vielmehr herrscht zunehmend besseres Arbeitsklima, Mitarbeiter fühlen sich motivierter, und mancherorts wurde die längst überfällige Diskussion zu Qualität und fairen Arbeitsbedingungen am Standort Mitteldeutschland angestoßen. Von zurückgehenden Buchungsanfragen kann nicht die Rede sein – ganz im Gegenteil. Die Zahl der Aufträge zu angemessenen Konditionen hat zugenommen, und alle profitieren davon – sogar die anständigen Produzenten, nach allem, was man so hört, da sie mit mehr Investitionen in Personal zuverlässiger gute Leute bekommen und mit dem Argument Qualität punkten können. Viele konnten nach eigenen Angaben sogar die Anpassungen an die Sender weitergeben. Unternehmen mit Dumping-Strategien hingegen bekommen immer öfter Probleme, Auftragnehmer auf professionellem Niveau zu unangemessenen Honoraren zu verpflichten. Gut so!
Alles das konnten wir von fairTV nur mit Euch allen gemeinsam schaffen – vielen Dank dafür!!! Es gibt uns Rückenwind und stärkt massiv das Selbstbewusstsein, auch über die Grenzen unseres Vereins hinaus.
Das fühlt sich sehr gut an, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch viele Schwierigkeiten vor uns liegen auf dem Weg, für mitteldeutsche Mediensachaffende wieder angemessene Honorare durchzusetzen. Und die haben wir verdient! Wir müssen über viele Begabungen verfügen: Kreativität, technisches Verständnis, gute Auffassungsgabe, Schnelligkeit, Kommunikationsfähigkeit, hohe Allgemeinbildung, ein dickes Fell ;-) und nicht zuletzt die Fähigkeit, unter Stress Höchstleistungen zu vollbringen. Wir müssen unsere Aus- und Weiterbildung finanzieren und tragen als Selbstständige das volle unternehmerische Risiko bei umfangreicher Flexibilität für den Auftraggeber.
Wir dürfen uns also nicht zurücklehnen, die nächste Runde an Briefen ist notwendig! Wie am 10.11.2014 unter der Federführung von fairTV e.V. demokratisch erneut beschlossen, geht es wieder um den Inflationsausgleich, der automatisch jedes Jahr erfolgen soll. Das waren in 2013 (die letzte jetzt eindeutig feststellbare Teuerungsrate) 1,5%. Gleichzeitig schlagen wir pauschal 3% für die Inflationsverluste der letzten Jahre auf – auch das haben wir, wie Ihr Euch vielleicht erinnert, bereits 2012 gemeinsam festgelegt und im November 2014 erneut mit großer Mehrheit im Verein abgestimmt und wollen es jetzt wieder geschlossen durchsetzen. Die Honorare erhöhen sich also um 4,5%. Mit diesem Schreiben kommt auch wieder eine einfache Excel-Tabelle zur Berechnung der einzelnen einzutragenden Zahlen im Anhang! Einfach oben Euer ALTES Honorar 2014 der jeweiligen Firma eintragen, dann die anderen Zahlen ablesen.
Und falls Ihr denkt: „Warum denn gleich wieder etwas fordern? Wir haben doch schon viel erreicht“, dann vergesst bitte nicht: Inflationsausgleich bedeutet keine Mehreinnahmen – wir ERHÖHEN also NICHT unser reales Honorar. Wir sorgen lediglich dafür, dass dieses Honorar nicht systematisch durch Kaufkraftverlust ABSINKT. Die 3% Aufschlag tun das rückwirkend, denn da ist sehr viel aufzuholen.
Darum ist bei dieser Aktion auch Kontinuität sehr wichtig: wir zeigen damit, dass wir in Zukunft nicht zulassen, dass unsere Honorare jährlich einfach so gesenkt werden. Damit fing die Misere ja schließlich irgendwann an. Und nicht zuletzt: andere Dinge werden ja auch ständig teurer! Habt Ihr schon Post von Eurem Strom-Konzern bekommen? Oder – ganz aktuell angesichts der angekündigten Mietpreisbremse – von Eurem Vermieter? Genau... Das meinen wir!
Denkt bitte diesmal auch wieder daran, die Briefe wirklich an ALLE Euch bekannten Firmen zu schicken, mit denen Ihr je zu tun hattet oder bald zu tun haben wollt... Ihr verleiht damit der Aktion noch größeres Gewicht – das können wir gut gebrauchen :-) Und nicht zuletzt bringt Ihr Euch vielleicht mit so einem Brief ins Gespräch, wenn mal wieder Not am Mann ist und gute Leute gesucht werden. Die Briefe stehen auch für Selbstbewusstsein, und bei selbstbewussten Leuten geht man immer auch zuerst von vielen Fähigkeiten aus, so funktioniert der Mensch im Allgemeinen. Manchmal ist also ein solcher Brief auch gleich ein Bewerbungsschreiben besonderer Art, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Und geizt bitte in einem solchen Fall nicht mit Euren Preisen – gestandene Fachleute verlangen ganz sicher deutlich mehr als die auf http://www.fairtv.net/index.php/empfehlungen veröffentlichten Mindesttarife...
Noch ein Wort zum Thema Feedback. Da in der Vergangenheit unsere E-Mails nicht selten im Spamordner landeten und also einige gar nicht erreichten, eine wichtige Bitte: GEBT UNS EINE EMPFANGSBESTÄTIGUNG! Außerdem brauchen wir wie immer deutliche Angaben darüber, an welche Firmen die Briefe herausgeschickt wurden. Oft haben in der Vergangenheit Produzenten versucht, die Aktion herunterzuspielen und behauptet, keinen Brief bekommen zu haben. Eine direkte telefonische Nachfrage bei den Kollegen brachte dann das Gegenteil ans Licht. Bitte erspart uns das und schickt uns eine Liste, wer durch Euch angeschrieben wurde. Und falls Ihr diese Empfehlungen mündlich Eurem Produzenten übermittelt (was rechtlich auch geht, was aber nicht so sicher ist wegen der Beweislage), dann tut das bald und teilt es uns bitte ebenfalls mit!!!
Und bitte handelt zeitnah.
DIE BRIEFE MÜSSEN RAUS! Am besten sofort!
Denn ein paar unverbindliche Empfehlungen von wem auch immer, sind leicht zu ignorieren, die Briefe aber sind verbindlich und stellen rechtlich einen Bestandteil eines jeden von Euch bei der Buchungszusage abgeschlossenen mündlichen Vertrages dar. Sie bieten Euch also über die Inflationsanpassung hinaus eine Sicherheit, falls mal doch jemand im Nachhinein von Euren Tarifen nichts gewusst haben will – kann ja vorkommen.
So, das war‘s erst mal von uns – im Anschluss noch einmal die etwas modifizierte „Bedienungsanleitung“ zum Anpassen des Briefes, wie sie sich schon im letzten Jahr bewährt hat :-)
VERGESST AUCH BITTE NICHT DIE EMPFANGSBESTÄTIGUNG UND DAS FEEDBACK ÜBER DIE RAUSGESCHICKTEN BRIEFE!!! (Ihr seht, das ist uns wirklich wichtig :-))
Vielen Dank!
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BEDIENUNGSANLEITUNG fairTV-MUSTERBRIEF
1. BRIEF AUSWÄHLEN (je Firma evtl. unterschiedlich), ÖFFNEN UND SPEICHERN! EXCEL-TABELLE ÖFFNEN!
Der Brief hängt an der mail als WORD-Dokument. Genau hinsehen: es gibt jeweils für Kamera und Schnitt einen eigenen Brief. Assistenten verwenden den Kamera-Brief. Außerdem ZWEI VERSIONEN! Einen „allerersten Brief“ und einen „Folgebrief“ (je Firma zu entscheiden) Auswählen, am besten irgendwo abspeichern und dann in Word öffnen. Den ebenfalls angehängten Excel-Rechner braucht Ihr nicht abzuspeichern, Ihr könnt ihn direkt aus dem Mailprogramm öffnen.
2. NEUE TARIFE ERMITTELN (je Firma)!
Gebt in der Excel-Tabelle einfach im gelben Feld Euren ALTEN Tagessatz in der Firma ein und bestätigt mit Enter! Danach erscheinen automatisch die nötigen Angaben in den roten Feldern darunter. Alternativ könnt Ihr natürlich auch einen Taschenrechner benutzen, wenn Euch das lieber ist.
3. BRIEF ANPASSEN (1x je Firma)!
Alle roten Angaben im Dokument ergänzen bzw. ändern. Absender / Adressat versteht sich von selbst. Ebenso die Unterschrift am Ende.
Übertragt nun die neuen Tarife aus dem Excel-Rechner in Euren Brief! Das sieht komplizierter aus als es ist :-)
Schließlich nicht vergessen, das ROT WIEDER IN SCHWARZ ZU FÄRBEN :-) Ich empfehle, noch einmal die Formatierung zu prüfen - da kann viel schiefgehen durch andere Schriftart etc...
4. BRIEF VERSCHICKEN
Bitte schickt alle Eure Briefe UMGEHEND, spätestens aber bis zum 31.12.14 zu den Firmen! Bitte nicht danach, das ist den anderen gegenüber unfair. Klar, wenn's nicht anders geht oder man erst später von der Aktion erfahren hat, besser dann als gar nicht...
Der Postweg wirkt seriöser und verbindlicher, ist aber teurer. Per mail IMMER ALS PDF UMRECHNEN (damit keiner mehr was ändern kann) und direkt an den Firmenchef, ggf. in Kopie (CC) an die Dispo und an eine eigene Adresse zur Kontrolle. Eingangsantwort anfordern.
Einen guten virtuellen PDF-Drucker, also ein Programm, das einen Drucker simuliert und danach ein PDF-Dokument ausgibt, findet Ihr hier: http://de.pdfforge.org/. Office Nutzer können ihre Dokumente direkt als PDF abspeichern.
IN JEDEM FALL (auch bei Postbriefen) EINE KOPIE an aktion@fairtv.net SCHICKEN. Und zwar von jedem Brief an jede Firma. Das ist wirklich wichtig, denn nur so behalten wir den Überblick und können damit neue Mitstreiter gewinnen ("den haben schon x Leute abgeschickt - mach doch auch mit!") Außerdem können wir so feststellen, welche Firma schon wie viele Briefe bekommen hat und wo wir nachhelfen und Kollegen gewinnen müssen. Selbstverständlich beachten wir dabei den Datenschutz.
Wer gern seine Preise geheim halten möchte (ist sein gutes Recht), der schickt bitte einfach eine Zusammenfassung an aktion@fairtv.net, das ist ebenso ok, macht Euch aber extra Arbeit...
Spätestens im Januar irgendwann mal fragen, ob der Brief / die mail angekommen ist.
5. NÄCHSTE FIRMA!
Ggf. zurück zu 2. ;-) ---->
6. WEITERE MITSTREITER GEWINNEN
Schaut Euch um! In jeder Firma laufen vielleicht ein paar Leute (Editoren, Kameraleute, Assistenten) herum, die von der Aktion nichts wissen. Gewinnt Sie! Das sollte nicht so schwer sein - schließlich geht es auch um ihr Geld und ihre Arbeitszeit. Macht Ihnen Mut! Wir leisten wirklich gute Arbeit, wir Medienschaffenden (weiter oben stehen auch ein paar Argumente, warum wir es verdienen, angemessene Honorare zu erhalten).
Wenn sie Interesse zeigen, schickt ihnen den Brief als Vorlage weiter (gern auch diesen Text). Sie sollen den Brief einfach so schnell wie möglich abschicken. Außerdem können sie uns unter verein@fairtv.net anmailen und Fragen stellen. Und wenn am Ende einer oder zwei Eingeschüchterte nicht mitmachen wollen - lasst sie und bekommt vor allem keine Panik! Sie allein können nicht das gesamte Produktionsvolumen abdecken. Wir hätten gern alle dabei, aber wenn es "nur" viele sind, dann ist das auch schon ausreichend. Dennoch: für "viele" muss man auch viel werben...
Und hey! Wir haben bereits bewiesen, dass das funktioniert! Das sollte Mut machen!
7. DURCHHALTEN!
Wenn es um Geld geht, dann hört bekanntermaßen der Spaß auf. Manche Produzenten werden vermutlich Eure Aktion etwas persönlich nehmen und versuchen, Euch mit allen Mitteln und gezielter Rhetorik davon abzubringen – immerhin ist das ihr Job!
Lasst Euch nicht auf Sozial-Diskussionen ein! Erfahrungsgemäß geht das immer schief. Wenn wir uns mit Bäckern oder Fleischern bzw. Friseuren vergleichen lassen, dann kommt dabei heraus, dass wir doch glücklich sein müssten. Falscher Ansatz! Auch hier nochmal: Wir verkaufen eines der begehrtesten Güter unserer Zeit: Kreativität. Dafür haben wir das RECHT, einiges an Geld zu verlangen. Das ist der richtige Ansatz. Ein weiteres Argument: bereits 1998 hat ein guter Editor um die 500 Mark für den Schnitt bekommen, und zwar für 8 Stunden - den Rest könnt Ihr Euch selbst ausrechnen...
Denkt immer daran, dass wir es sind, die den Firmen zu ihrem Gewinn verhelfen! Durch unsere Arbeit wird dieser Gewinn erst ermöglicht. Und so mancher Unternehmer (und ich will da keinen beleidigen, das trifft wirklich NICHT auf alle zu!!!) hat sich in den letzten Jahren sehr erfolgreich durch die niedrigen Tarife bereichern können. Ich habe selbst erlebt, dass ich für 180 Euro angefragt wurde (!!!), kannte aber die Auftraggeber des Produzenten, die mir mitteilten (und mich dann auch direkt buchten), dass sie für mich 250 Euro veranschlagt hatten. Das wären 70 Euro, die die Firma zusätzlich zu ihrem sonstigen Gewinn auf meine Kosten täglich reicher geworden wäre - und ich ärmer...
Daher KEINE ZUGESTÄNDNISSE MACHEN, die nicht vom Brief abgedeckt werden. Apropos:
8. KONTAKT HALTEN
Wenn es Probleme gibt, dann kann man vielleicht gemeinsam Lösungen finden. Werdet Ihr gemobbt wegen der Aktion? Werden ungewöhnlich viele Neueinsteiger verpflichtet? Versucht ein Chef, alle gegeneinander auszuspielen? Lässt sich Ärger mit den Redaktionen vermuten?
Lasst Euch nicht unterkriegen! Reden wir darüber. Ggf. berufen wir kurzfristig ein Treffen ein und suchen nach dem Ausweg. Evtl. treffen wir uns auch in einer kleinen Arbeitsgruppe für eine Firma, in der es viel Stress gibt. Haltet also einfach Kontakt - per mail, per Forum oder auch per Telefon bzw. persönlich...
9. DAS GESPRÄCH
Vermutlich werden viele Auftraggeber das Gespräch suchen. Das ist gut, birgt aber auch einige gefährliche Fallen. Ein Produzent wird von "gewaltigen Verlusten" sprechen, meint aber lediglich GEWINNEINBUSSEN! Was klar ist, denn natürlich wird der Gewinn kleiner, wenn es mehr Geld pro Stunde für uns gibt... Aber das darf nicht unser Problem sein, sonst haben wir mit jedem Vorstoß bereits verloren, denn wie sollen wir Druck aufbauen, der an die Sender weitergereicht wird, wenn wir nichts ändern?
Um es klar zu stellen: wir wollen nicht, dass eine Firma stirbt - davon hätte niemand etwas. Weniger Gewinn ist aber ein gutes Druckmittel, kein Todesurteil! Und wenn doch, dann wurde bereits in der Vergangenheit am Limit kalkuliert, und das zeugt nicht von Verantwortung.
Sollten von Euch Zugeständnisse erwartet werden: ENTSCHEIDET EUCH NICHT SOFORT, sondern bittet Bedenkzeit aus und besprecht die Kulanz mit den Kollegen, die auch für diese Produktion arbeiten und ggf. bei unserer Aktion mitmachen. Fragt außerdem, was die Produktionsfirma im Gegenzug bereit ist, zu geben. Ein zusätzliches Projekt vielleicht? Dann kann es Mengenrabatt geben. Aber lasst Euch das verbindlich zusichern, versprochen wird viel. Oder vereinbart gleich, dass der Rabatt erst nach Abschluss des zweiten Projektes rückwirkend gewährt wird, das gibt allen Sicherheit und ist nachhaltiger Anreiz, Euch für das zweite Projekt gleich auch zu buchen.
Und teilt uns Probleme mit, wenn es sie gibt. Vielleicht kann fairTV helfen. Vereinsmitglieder können auch im internen Forum diskutieren, da finden wir sicher gemeinsam einen Weg.
10. DER ERFOLG!
Hier mal ein Zitat aus unserer Bedienungs-Anleitung für den 8-Stunden-Brief vom Sommer 2012:
„Stellt Euch vor, es ist September, und alle Firmen haben die 8 Stunden akzeptiert. Hier und da gibt's ein kleines Entgegenkommen, im Großen und Ganzen arbeiten wir aber täglich nur noch 8 Stunden.
Von da an haben wir entweder ein Privatleben, das um einige Zeit reicher ist, oder wir arbeiten mit Freuden länger, weil wir wissen, dass man unsere Arbeit so schätzt, dass man auch bereit ist, dafür zu zahlen. Wäre das nicht schön?
Außerdem denken wir dann bereits daran, dass die 8-Stunden-Aktion nur der Auftakt war, um die uns geschuldeten Inflationsverluste der letzten Jahre Stück für Stück zurückzuerobern, ein kleiner Vorgriff auf eine Zukunft, in der wir vielleicht wieder stolz sein können, nicht nur in einem wirklich aufregenden und tollen, sondern auch in einem gut bezahlten Job zu arbeiten.“
Heute können wir sagen: Das haben wir geschafft. Ist dem was hinzuzufügen? Nur eins: Weiter so!
--- ENDE --- ;-)
PS: Um Missverständnisse zu vermeiden: uns ist natürlich vollkommen klar, dass in erster Linie die Sender für unsere niedrigen Tarife verantwortlich sind, weil sie sie im Umweg über die Firmen erpresst haben, manchmal mit deren aktiver Mithilfe. Leider aber führt auch der Umkehrweg wiederum über die Firmen, denn nur auf die können wir Druck ausüben - also tun wir das. Schließlich ist nicht ein Sender unser Vertragspartner sondern die Firmen, und von viel Wünschen und gut Zureden passiert leider überhaupt nichts, das brachten die letzten Jahre deutlich ans Licht. Und was die Sender betrifft, die immer wieder behaupten, das Geld gehe ihnen aus: neben vielen Reserven in Strukturreformen und dem kleinen Skandal, dass für Verwaltung weitaus mehr Geld als für das Programm ausgegeben wird, sprechen die Zahlen der KEF eine deutliche Sprache. Sie hat allein der ARD (ohne Arte, ZDF und DLF) satte 9,78 Milliarden Euro für den Programmaufwand 2013-2016 zugesprochen (Quelle: http://www.kef-online.de). Es ist also Geld da – sorgen wir dafür, dass auch wir von diesem Kuchen etwas abbekommen. Wir haben das verdient! Wer denn sonst, wenn nicht wir??? Denn wir MACHEN das Programm!!!